Haartransplantation Türkei

Haartransplantationen: Die FUE Methode

Haartransplantationen in der Türkei mittels “Follicular Unit Extraction” (FUE Methode) wurden erstmals 1988 in Japan durch Masumi Inaba durchgeführt. Ziel war es, eine Methode zu finden, die kosmetisch der „Follicular Unit Transplantation“ (FUT) überlegen war, da bei dieser eine deutliche Narbe im Tonsurbereich entsteht. Für die neue Methode wurden Hohlnadeln von ca. 1 mm Durchmesser genutzt, um die sogenannten follikulären Einheiten, also Gruppen aus 1-4 Haaren, samt eines Streifens von umgebendem Bindegewebe per Hand aus dem Tonsurbereich zu ernten. Der relativ große Nadeldurchmesser machte nach der Extraktion die aufwändige Entfernung von überschüssigem Bindegewebe unter Hochleistungsmikroskopen notwendig. Diese Nachbehandlung kostete viel Zeit und sowohl bei der Extraktion als auch bei der Entfernung des Bindegewebes bestand das Risiko, die Haarwurzeln zu verletzen, was die Anwachsrate verschlechterte. Am Anfang des neuen Jahrtausends wurde versucht, eine zeitliche Optimierung des Entnahmeprozesses mittels Entnahmerobotern zu erreichen. Dabei kam es aber zu einer Verletzung von bis zu 15 % der Haarwurzeln und einer deutlichen Beeinträchtigung der Überlebensrate der Haare nach Transplantation. Damit stellte sich die maschinelle Extraktion von Haaren als ungeeignet dar. In modernen und namhaften Kliniken werden daher heutzutage je nach Größe der zu entfernenden follikulären Einheiten Hohlnadeln von 0,6 bis 0,9 mm Durchmesser für die Entnahme per Hand genutzt. Diese Anpassung des Entnahmesystems ermöglicht einerseits ein deutlich besseres Narbenergebnis und andererseits muss nach der Entnahme weniger überschüssiges Bindegewebe entfernt werden. Dies steigert die Überlebensrate der follikulären Einheiten durch ein geringeres Verletzungsrisiko und einen kürzeren Verbleib abseits des sie versorgenden Blutes deutlich. Zur Verpflanzung im Bereich des Haarverlustes wird für jede follikuläre Einheit mit einer Nadel ein eigenes Loch gebohrt oder mit einem Mikroskalpell ein winziger Schlitz geschaffen. Die angestrebte Haardichte der FUE Methode sollte dabei zwischen 100 und 150 Haaren je Quadratzentimeter betragen und die Haare werden für optimale Ergebnisse der natürlichen Wuchsrichtung entsprechend ausgerichtet.

Für den Fall, dass aus dem Tonsurbereich nicht genug Haare gewonnen werden können, ohne dort zu kosmetischen Beeinträchtigungen zu führen, gibt es mittlerweile in spezialisierten Kliniken auch die Möglichkeit, Bart- oder Körperhaare zu extrahieren und in den Bereich des Haarverlustes zu transplantieren. Neben der Behandlung offensichtlich rein kosmetischer Probleme ermöglicht die FUE Methode auch die Rekonstruktion einer natürlich wirkenden Behaarung im Bereich von Narben nach entstellenden Unfällen und ist damit wertvoll für die Rekonvaleszenz von Unfallopfern.

Zeitlicher Aufwand, Anwachsrate und Vernarbung bei der FUE Methode

Der zeitliche Aufwand der FUE Methode ist trotz Optimierung der Entnahmesysteme deutlich größer als für die FUT Methode. Für optimale Ergebnisse werden pro Tag im Allgemeinen nur ca. 500-1.000 follikuläre Einheiten verpflanzt. Im Durchschnitt werden für die Verdichtung des Haarbesatzes aber ca. 2.500 Transplantate benötigt, sodass mindestens 3 Tage Operationszeit eingeplant werden müssen. Eine FUT Methode ermöglicht dagegen oft die Transplantation der notwendigen Haare in einer einzigen Sitzung. Die Anwachsrate der transplantierten Einheiten nach der FUE Methode hängt deutlich vom Geschick und der Erfahrung des durchführenden Chirurgen ab, da bei jeder Entnahme die Gefahr der Verletzung der Haarwurzel besteht. Daher wird mittels FUT ggf. eine bessere Überlebensrate erreicht. Die große Überlegenheit der FUE Methode liegt aber in den sehr kleinen Punktnarben, die optisch deutlich weniger auffallen und schneller abheilen.
Abschließend findet sich in der Tabelle noch einmal eine Gegenüberstellung der FUE Methode und der FUT Methode als aktuell gebräuchliche Methoden der Haartransplantation.

FUE Methode

FUT Methode

keine sichtbare Narbe durch Entnahme einzelner follikulärer Einheiten

minimalinvasiv
sichtbare Narbe durch Entnahme eines Gewebestreifens am Hinterkopf

Operation mit Skalpell und Wundnaht

schnelle Rekonvaleszenz, wenig Schmerzen nach Operation
Heilung dauert länger, relativ starke
Schmerzbelastung nach Operation

zeitlich aufwändiger durch längere
Entnahmezeit, oft mehrere Sitzungen
Notwendig
schneller, da entnommener Haarstreifen nur noch zerlegt werden muss, meist nur eine Sitzung notwendig

Anwachsrate erheblich von Geschick
und Schnelligkeit bei Transplantation
abhängig

oft gute Anwachsrate, da entnommener Haarstreifen viele unverletzte follikuläre Einheiten garantiert
meist komplette Kopfrasur notwendig

durch höheren Aufwand teurer

Möglichkeit auch Bart- oder Körperhaar zu nutzen
nur Rasur im Bereich des Haarstreifens

finanziell günstiger

keine Nutzung von Körper- oder Barthaaren möglich

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